Neues Boot am Alten Strom

Die Boote hier heissen „Hinnerk“ oder „Hanno Günther“.
Und der Typ mit dem Matjesbrötchen, der mich unverblümt zum FKK-Strand einlädt („damiddu man gleich Bescheid weißt, Deern!“) heisst sicher auch nicht viel anders.

Doch längst habe ich meinen inneren Frauentag ausgerufen, das Lächeln auf meinen Lippen ist unerschütterlich. Die Blumen auf meinem T-Shirt leuchten mit dem blauen Himmel um die Wette, und auch die Zeitung, die ich mir gekauft habe, heisst „myself“. Der Artikel über Magerwahn macht richtig gute Laune und inspiriert mich zu einem dänischen Softeis.
Wenig später werde ich am Strand liegen, meine Nägel in Türkis und Gold lackieren, und mir gestatten, unwichtige Gedanken im Schneckentempo durch meinen Kopf rieseln zu lassen.
Ich suhle mich in Verantwortungslosigkeit.
Heute heisst mein Boot „Susanne“.

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