„Wie weit fahren Sie denn?“

Der Bus ist voll, der Gang ist eng. Berufsverkehr. Eine mittelalte Dame bittet eine andere mittelalte Dame, doch bitte ans Fenster zu rücken und den äußeren Sitzplatz freizugeben. Ok, Tusch, es kann losgehen:

„Wie weit fahren Sie denn?“
„Äh. Warten Sie, wie heißt die Station… Na, da hinten am Stadion.“
„Ach Sie meinen, na… …da am Ostpreußendamm, ja?“
„Jaja…“

Die Sitzende macht Anstalten aufzustehen.
„Dann lasse ich Sie durch. Ich fahre nämlich nur bis Mozartstraße.“

„Ach, ist das nicht… na, da wo der Baumarkt ist?“
„Nein, eine danach.“
„Ach was…“ Pause. Der Stau der Hinzugestiegenen reicht nun bis auf die Straße, nichts geht mehr.
„Ach, eine hinterm Lidl, da an der Brücke?  Na da muß ich doch auch raus. Dann rutschen Sie mal durch.“
„Nee, das ist schlecht, rutschen Sie mal durch, wegen meiner Hüfte, wissen Sie, ich…

Ich springe spontan auf und bedeute den beiden Damen, dass es hier einen weiteren hervorragenden Außenplatz gibt. Ich möchte nicht wissen, was mit der Hüfte ist. Ich möchte bitte nach Hause.
Der ältere Herr, neben dem ich saß, begrüßt seine nahende Sitznachbarin mit einem sehr trockenen „Ich fahre bis Endstation. Setzen Sie sich hin und seien Sie leise.“

Loriot ist zu früh gegangen.