Berliner Charme

U Bahnhof Schloßstraße. Das rote Licht an den Türen ist schon an. Ein Mann im Anzug kommt angerannt, als sei der Teufel hinter ihm her. Wehender Mantel, wirrer Blick, Aktenköfferchen in der Hand. Verschlafen, denke ich wissend. Wie oft trage ich selbst dieses Gesicht. Während er auf den ersten Wagen zurennt, beginnen die Warntöne der Türen – meep- meep – meep – und er bleibt abrupt stehen. Wie es sich gehört. In einem Comic würde man jetzt die Bremsspur sehen, die sich in den grauen Beton gräbt. Verzweifelt steht er vor der offenen Tür. Die Türen schließen nicht. Sekunden des Stillstands. Verwirrtes Gucken. Da kommt die Durchsage des Zugführers aus allen Lautsprechern geschallt: „Nu steig schon ein, Du Pfeife!“

Und dafür liebe ich Berlin.

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